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iPhone X: Tochter veröffentlicht Hands on zu früh, Vater fliegt bei Apple raus

von Carsten Drees
29. Oktober 2017

Wenn man bei Apple arbeitet und sich nicht an die Regeln hält, kann es einen sehr flott den Job kosten. Das hat jetzt der Vater der YouTuberin Brooke Peterson auf die ganz harte Weise lernen müssen. Was war passiert? Er arbeitete als Ingenieur mit am iPhone X und nutzte das Smartphone daher auch schon eine Weile.

Seine Tochter, die gern Videos auf YouTube veröffentlicht, nutzte bei einem Besuch auf dem Apple-Campus die Gelegenheit und drehte ein kleines Hands on-Video und stellte es online. Der Casey Neistat-Fan dachte sich nicht viel dabei - schließlich sind direkt nach dem iPhone-Event im September massig Clips bei YouTube gelandet, die sich allesamt mit dem iPhone X beschäftigen und es natürlich auch zeigen.

Apple hingegen war da nicht ganz so entspannt: Brooke wurde aufgefordert, das Video so schnell wie möglich wieder offline zu nehmen und den Vater traf es noch härter: Er durfte bei Apple seine Sachen packen und war ab dem Tag somit nur noch ein ehemaliger Apple-Mitarbeiter.

Das Video ging viral - sehr überraschend für Brooke, die sonst irgendwo zwischen 100 und 200 Aufrufen pro Clip liegt, schaffte es sogar in die YouTube Empfehlungen und blieb somit auch Apple nicht verborgen. In der Folge gab es - wie das Internet eben so ist - üble Beschimpfungen und Beleidigungen für sie, aber auch für ihren Vater.

Das nagt ziemlich an ihr, wie ihr jetzt in ihrem Folge-Video sehen könnt. Dort lässt sie uns wissen, dass sie weder mit dem Erfolg noch der Konsequenz des Videos gerechnet habe, es ihr und ihrer Familie aber gut geht. Soll heißen, die Petersons stecken den Jobverlust des Vaters einigermaßen entspannt weg.

Ehrlich gesagt wirkte die junge Dame auf mich so ein bisschen, als freut sie sich über ihren plötzlichen YouTube-Erfolg und empfindet den Arbeitsplatz-Verlust des Dads allenfalls als einen kleinen Makel, das kleine Haar in der YouTube-Suppe. Die Beleidigungen, die an ihren Vater adressiert sind, treffen sie dagegen deutlich härter.

Sie stellt klar, was für ein toller Mann und Vater er ist und dass das Internet-Volk ihretwegen gerne sie anpöbeln darf - aber bitte nicht ihren Dad. Krasse Nummer, dass Apple da so hart durchgreift und einen langjährigen und verdienten Mitarbeiter dann von einen Tag auf den anderen für immer in die Wüste schickt.

Andererseits ist es nun mal ein Milliarden-Spiel, welches auch immer vom Momentum lebt, das durch solche verfrühten Videos angeknackst wird. Zudem war es ein spezielles Angestellten-Smartphone und im Clip sieht man sowohl eine Notes-App, auf der womöglich Code-Namen von unveröffentlichten Geräten zu lesen waren als auch spezielle Angestellten-QR-Codes.

Ich gehe mal davon aus, dass die Angestellten entsprechend gebrieft waren und daher zumindest damit vertraut waren, was denn wohl passiert, sollte man sich nicht an die Regeln des Unternehmens halten. Der Vater hätte also definitiv ein Auge auf iPhone und Tochter haben müssen und verhindern, dass sie auf seine Kosten zum zeitweisen YouTube-Sternchen avanciert.

Quelle: Engadget

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