Marketing-Gag: Künstliche Intelligenz in Burger-King-Werbung

von Jan Gruber
5. Oktober 2018

Angebliche künstliche Intelligenz erobert aktuell viele Bereiche der Technik und des Alltags. Während Google und Microsoft kürzlich neue Produkte und Services auf Basis maschinellen Lernens vorstellten, versuchen Autohersteller damit die Straßen zu erobern. Manche Bereiche, wie die Kunst, bleiben bisher größtenteils unberührt. Burger King legt jetzt neue Werbungen auf - sie sollen mit künstlicher Intelligenz erstellt worden sein und zeigen schnell die Grenzen des derzeit machbaren.

Zu Beginn der Spots erscheint alles vertraut. Wir werden mit einem lauten Rauschen begrüßt und bekommen Aufnahmen von klassischen Produkten der Fast-Food-Kette präsentiert. Überraschend wird es erst bei der Warnung: „Diese Anzeige wurde von künstlicher Intelligenz erstellt“. Spätestens mit dem Einsatz des sehr robotisch klingenden Erzählers wird dann klar: Etwas ist anders. Zugegeben ist die Sprachsynthese äußerst schlecht, hier schafft KI aber bereits mehr. Zuletzt lieferte Google mit seinem neuen Anrufdienst überraschend gute Ergebnisse.

Woran die KI letztlich wirklich scheitert: An den Werbebotschaften. So bekommen wir Slogans wie "Das Huhn überquerte die Straße, um ein Sandwich zu werden. Burger King ermutigte das Huhn", oder "The Whopper lebt in einer Brötchenvilla, genau wie du" zu hören.

In einer Pressemitteilung behauptet Burger King, dass die Videos die Arbeit eines "neuen Deep-Learning-Algorithmus" sind, aber ein Artikel von AdAge macht deutlich, dass Menschen - nicht Maschinen - für die lustigen Dinge verantwortlich sind. "Künstliche Intelligenz ist kein Ersatz für eine großartige kreative Idee, die von einer realen Person kommt", sagt Marcelo Pascoa, der globale Leiter des Markenmarketings von Burger King, zu der Veröffentlichung.

Am Ende ist es also leider doch nur eine Täuschung und Burger King springt damit auf ein Hype-Thema auf. Zuletzt müssen wir uns weiterhin eine Frage stellen: Wozu ist KI wirklich in der Lage?

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