Nackte Ballettänzer, von Drohnen „zensiert“

von Bernd Rubel
2. Februar 2016

Man wirft Drohnen - bzw. ihren Besitzern - ja normalerweise vor, dass sie es mit der Privatsphäre ihrer Mitmenschen nicht allzu genau nehmen. Ausgerüstet mit mehr oder weniger hochauflösenden Kameras fliegen die Dinger über fremde Vorgärten und erlauben dem Eigentümer Einblicke in Zonen, die eigentlich nicht für seine Augen bestimmt sind. Für die richtigen Drohnen-"Hasser" sind Schrotflinten oder Steinschleudern eine echte Option, neuerdings kommt vielleicht auch die Anschaffung eines abgerichteten Adlers in Frage.

Mit diesen Klischees spielt der Werbespot des japanischen Retailers Buyama, der mehrere Drohnen kurzerhand als technologische Feigenblätter einsetzt. Die Multikopter fliegen permanent vor den beiden nackten Ballettänzern her und schieben sich zwischen sie und die Kameras.

Für Buyama war der Spot ein ziemlicher Erfolg. Zum einen darf die Werbung derart zensiert auch im japanischen Werbefernsehen ausgestrahlt werden, zum anderen greift man das im Land kontroverse Thema Drohnen provokativ auf. Spätestens seit der Landung einer Drohne auf dem Amtssitz des japanischen Premierministers geniessen die Dinger dort weitaus mehr Aufmerksamkeit als in anderen Ländern.

Wozu Drohnen mittlerweile im Zusammenspiel mit klassischer Musik imstande sind sah man schon beim kürzlich aufgestellten Weltrekord des #100Drones-Projekts. Dort "tanzten" Drohnen simultan zu Beethovens Fünfter Symphonie. (via Jessica, Danke für den Tip!)

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