Rekord: Solardrohne Zephyr bleibt 26 Tage in der Luft

von Jan Gruber
10. August 2018

Erneuerbare Energien sind in vielen Bereichen ein großes Thema. Das geht weit über die Nutzung zum Ersatz von fossilen Kraftwerken hinaus, so interessiert sich selbst die Flugindustrie dafür. Der Ersatz von Kerosin bringt auch hier die Unabhängigkeit von endlichen, fossilen Brennstoffen, zudem könnte der zusätzliche Transport von Kerosin wegfallen.

Vor allem Flugzeuge haben hier einen praktischen Vorteil. Sie bewegen sich in der Regel über den Wolken und sind im wahrsten Sinne des Wortes der Sonne näher. Im Idealfall soll so der Strom für den Flug direkt während des Fluges gewonnen werden - quasi ein Perpetuum Mobile, und das noch ohne die Umwelt zu belasten.

Von einer realen Anwendung für Passagier- oder Transportflugzeuge sind wir aber noch meilenweit entfernt. Viele Hersteller experimentieren aktuell mit Drohnen, darunter auch Airbus. Deren Drohne mit dem Namen Zephyr hat jetzt einen neuen Rekord aufgestellt. Das Fluggerät befand sich 26 Tage in der Luft, ausschließlich gespeist durch Sonnenenergie. Den Rekord hielt bisher ein Vorgänger aus gleichem Hause, er lag bei 14 Tagen.

Die Drohne hat eine Spannweite von 25 Metern und wiegt knapp 75 kg. Sie wird durch zwei Elektropropeller betrieben, den Strom liefern die Solarzellen auf den Tragflächen. Damit werden auch Lithium-Schwefel-Akkus geladen, sodass auch in der Nacht geflogen werden kann. Die Entwicklung wurde von Qinetiq übernommen, ein britisches Forschungs- und Rüstungsunternehmen, das bereits in der Vergangenheit einige Reichweitenrekorde in diesem Bereich aufgestellt hat. Airbus übernahm das Zephyr-Programm im März 2013.

Die Zephyr soll in Zukunft auch kommerziell genutzt werden - hier aber vor allem für den militärischen Einsatz. So sollen vor allem Aufklärungsmissionen mit dem Fluggerät durchgeführt werden. Auch zivile Einsatzmöglichkeiten sind denkbar, beispielsweise für Erd- oder Meeresbeobachtungen oder die Aufklärung von Krisengebieten. Dazu kommt die Forschung im Bereich Kommunikation - die Drohne könnte ähnlich wie das Facebook Aquila Projekt, das mittlerweile eingestellt wurde, genutzt werden.

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