So bekämpft man in Taiwan die Luftverschmutzung

von Carsten Drees
11. November 2019

Wenn ihr keine Ahnung habt, wie es verkehrstechnisch in Taiwan bzw. in Taipeh aussieht, dann reicht ein kleiner Blick in das BBC-Video und ihr wisst bescheid. Nirgendwo in der Welt gibt es eine höhere Roller-Dichte und ja: Wenn man da zufällig an der Ampel steht, während die Scooter-Kolonne losbraust, ist das ein reines Fest für die Nase.

Im Clip seht ihr auch, wie man in Taiwan nun gegen die Verschmutzung vorgehen will. Einmal probiert man es mit Tausenden Sensoren in der Stadt. Dort wird sehr genau angezeigt, wie hoch die Verschmutzung in einem bestimmten Teil der Stadt ist und das hilft dann, das Ganze ein wenig zu steuern. Beispielsweise lässt man Kinder einfach zu einer bestimmten Zeit nur Indoor-Aktivitäten ausüben, wenn draußen die Verschmutzung zu hoch ist.

Das allerdings doktert ja nur an den Symptomen herum, ohne Ursachen zu bekämpfen. Daher ist mein Hauptgrund, euch den Clip zu zeigen, die Gogoro-Geschichte: Das Unternehmen hat sich nämlich aufgemacht, die Roller in der Stadt nach und nach durch E-Roller ersetzen zu lassen. Schon in diesem Jahr hofft man, dass in Taiwan 150.000 dieser E-Roller verkauft werden!

Der Haken bei der Elektromobilität sind ja bekanntlich die Lademöglichkeiten - gerade, wenn wir viele Tausend Fahrzeuge auf den Straßen einer Stadt haben, die gerne volle Akkus hätten. Das Problem hat man sehr clever gelöst: Die Akkublöcke in den Rollern können sehr einfach entnommen werden. Diese packt man dann in eine Ladestation, in der sehr viele dieser Blöcke reinpassen. Ihr packt zwei leere rein, nehmt zwei volle raus - fertig! Der Preis richtet sich dann danach, wie voll die Akkus sein müssen, damit ihr über die Runden kommt. Augenscheinlich wird das in Taiwan auch begeistert angenommen von den Bürgern - dürfte man meinetwegen in Europa gerne nachmachen!

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