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The Swiss Alp Watch – die „Apple Watch“, die keine sein will

von Bernd Rubel
9. Januar 2016

Die Schweizer Uhrenindustrie ist seit der Apple Watch nicht gut auf Cupertino zu sprechen, das dürfte weder ein Geheimnis sein noch irgendjemanden wundern. Apple hat die eigene Smartwatch von Beginn an nicht als typisches Technik-Gadget, sondern als Schmuckstück fürs Handgelenk entworfen und damit im Revier der Schweizer Uhrmacher gewildert. Neben dem Applaus der Apfel-Fans gab es auch Kritik: nicht nur wir kritisierten die irrwitzigen Preise für ein Wearable, das in wenigen Jahren nur noch teurer Elektronikschrott in einem 18-Karat-Gehäuse ist.

Mittlerweile scheint man sich im Alpenstaat von dem kurzen Schock erholt zu haben: die Apple Watch verkauft sich anscheinend längst nicht so gut wie erwartet bzw. befürchtet. Während z.B. TAG Heuer in Kooperation mit Google und Intel mit der "Connected" Smartwatch verlorengegangenes Terrain zurückerobert schaltet man auch andernorts auf Angriff.

Frei nach dem Motto "Wer hat's erfunden?" nimmt der Schweizer Edeluhren-Hersteller H. Moser & Cie. nun ganz dreist die Apple Watch ins Visier und präsentiert mit der Swiss Alp Watch eine "Smartwatch", die keine ist und keine sein möchte. "No phone. No messaging. No sketches. No heartbeat. No upgrade required" - stattdessen feinstes Schweizer Uhrmacherhandwerk. Lustigerweise switcht man für die Vorstellung der Uhr komplett auf das typische Marketing-Blabla von Apple und übernimmt hier ebenso wohlklingende wie nichtssagende Sätze. Die Krone zum Aufziehen der Swiss Alp Watch wird zur "Revolutionary Power Source", die einzige "App" auf der Uhr ist die Zeit.

Well played, H. Moser. Well played :-) via @schleeh

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