Was tun mit Amazon? Zerschlagen – oder Daten für jeden freigeben?

von Carsten Drees
11. September 2020

Immer wieder wird darüber gesprochen, die großen Tech-Unternehmen zu zerschlagen, weil sie zu groß und zu mächtig werden. Apple, Facebook und Google werden hier gerne genannt, vor allem aber auch Amazon. Amazon hat überall seine Finger mit drin - als riesiger Cloud-Service, natürlich als handels-Plattform, aber auch für Live-Streams auf Twitch, als Netflix-Konkurrent mit Amazon Prime, gleichzeitig ist man auch Spotify-Konkurrent, in den USA Konkurrent für Supermärkte, Konkurrent für Speditionen und einiges mehr.

Dass Amazon aber mittlerweile auch riesige Summen mit eigenen Produkten verdient, geht dabei meistens unter. Im Video geht es auch darum, dass Amazon seine Marktmacht, vor allem aber seine Daten-Einsicht dazu nutzt, Mitbewerber einfach aus dem Markt zu drücken. Konkret geht es darum, wie Amazon mit Blick auf Verkaufsdaten die Versand-Lieblinge ermittelt und die Produkte kurzerhand selbst produziert. Prominent auf der Seite platziert, verkaufen sich diese Produkte logischerweise auch wie geschnitten Brot.

All das spricht dafür, dass man Amazon zerschlagen müsste, damit der Produzent und der Händler Amazon verschiedene Parteien werden. Aber im Video wird festgestellt, dass man damit nur am Symptom herumdoktert und nicht die Ursachen tatsächlich behebt. Lösungsvorschlag: Alle Daten, mit denen sich Amazon Vorteile verschafft, müssten auch für die Konkurrenz verfügbar sein.

Schwieriges und komplexes Thema - ich frage mich jedenfalls, ob der Clip eine besonders düstere Dystopie zeichnet -- oder ob Amazon tatsächlich auf dem Weg ist, so unangreifbar mächtig zu werden.

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