Wieso Hip-Hop-Alben so lang sind? Wegen Spotify, Apple Music und Co

von Carsten Drees
6. September 2018

Streamen von Musik wird immer beliebter und die Streaming-Zahlen werden auch immer wichtiger für die Künstler. In unserem heutigen Video-Tipp bekommt ihr erklärt, wie einige große Hip-Hop-Künstler wie Drake jetzt versuchen, aus den typischen Mechanismen des Streamings Kapital zu schlagen.

Wollte man als Musiker früher ein Hit-Album haben, war es ziemlich einfach: Ein verkauftes Album galt als eine verkaufte Einheit. Danach wurden dann die jeweiligen Charts der Woche ermittelt. Mittlerweile ist das komplizierter, weil eben die Streams mit in die Berechnungen einfließen und nicht mehr nur die physischen Tonträger.

Für die Billboard-Charts in den USA gilt, dass 1.500 Streams einer Einheit entsprechen. Demzufolge macht es für einen Künstler einen deutlichen Unterschied, ob ein Fan ein komplettes Album mit 10 Tracks hört oder eins mit 20. Die Rapper reagieren jetzt darauf entsprechend: Drakes Album Scorpion enthält 25 Songs mit einer Spiellänge von 90 Minuten, Eminem brachte es bei seinem Album Revival im letzten Jahr immerhin auf 19 Songs und Chris Brown toppte das alles noch und brachte es bei der Deluxe-Version seines letzten Albums auf unglaubliche 57 Tracks und einer Länge von fast 200 Minuten.

Bislang ist es ein Trend, der im Clip beschrieben wird und (noch) kein flächendeckendes Phänomen. Mir als Fan soll es dabei übrigens egal sein, solange die Qualität dabei nicht leidet. Ich fürchte aber, dass sich künftig weitere Musiker diese Mechanismen zunutze machen und in Zukunft die rechnenden Strategen in den Plattenfirmen vorgeben, wie lang die Alben werden und weniger die Künstler.

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