Lg G6 in weiß von hinten

LG G6 Test: Das Flaggschiff-Smartphone für jedermann [MWC 2017]

Mit dem soeben vorgestellten G6 möchte LG wieder zurück in die Erfolgsspur finden. Wir sagen euch, was wir für einen ersten Eindruck vom neuen LG-Flaggschiff haben. So viel vorweg: LG ist ein wirkliches "Smartphone for the masses" gelungen, welches wir nahezu uneingeschränkt empfehlen können.
von Nicole am 26. Februar 2017

Mit dem LG G5 lief es nicht so, wie sich das Unternehmen aus Südkorea das vorgestellt hatte. Von dem modularen Konzept hat man sich daher wieder verabschiedet und legt nun mit dem LG G6 den Nachfolger vor, der sich sowohl technisch stark als auch mit edlem Design präsentiert. Auffällig ist zweifelsfrei das ungewöhnliche Display-Format von 18:9.

Lg G6 in weiß von hinten

Wir konnten uns das Smartphone bereits ein wenig genauer anschauen und wollen euch hier einen ersten Eindruck liefern und haben uns dabei natürlich auch angeschaut, welche Vorteile dieser ungewöhnliche Formfaktor bringt. Schauen wir zunächst einmal flott auf die technischen Daten des Geräts, mit dem LG in diesem Jahr die Herzen der Smartphone-Fans erobern möchte.

LG G6 Technische Daten

Display:5.7-inch FullVision® QHD+ (2880 x 1440 / 564 ppi)
Prozessor:Qualcomm Snapdragon 821 Quad-Core-SoC mit bis zu 2,35 GHz
Arbeitsspeicher: 4 GB LPDDR4 RAM
Speicher:32 GB UFS 2.0 erweiterbar via microSD-Karte um bis zu 2 TB
Betriebssystem:Android 7.0 Nougat
Kamera hinten:Dual-Kamera mit 13 MP, Weitwinkel,(f/2.4, 125°) und 13 MP Standard OIS 2.0 (f/1.8, 71°)
Kamera vorn:5 MP Kamera mit Weitwinkel (f/2.2, 100°)
Anschlüsse:USB Type-C 2.0 (3.1-kompatibel); 3,5 mm Kopfhöreranschluss
Akku:3.300 mAh mit Quick Charge 3.0, Wireless Charging (nur US)
Konnektivität:WiFi 802.11 a/b/g/n/ac, Bluetooth 4.2 BLE, NFC
IP-Zertifizierung:IP68
Sonstiges:Fingerprint Sensor / UX 6.0 / Dolby Vision™ / HDR10 / 32-bit Hi-Fi Quad DAC
Maße:148,9 x 71,9 x 7,9 mm
Gewicht:noch nicht bekannt
Farben:Ice Platinum / Mystic White/ Astro Black

 

LG G6 von hinten, auf dem Tisch liegend

LG G6 Hardware

Unter der Haube haben wir den Snapdragon 821 – Qualcomms Spitzen-SoC aus dem letzten Jahr. Viele LG-Fans hatten sicher auf den Snapdragon 835 gehofft, aber der kommt für LGs Zeitplan zu spät und die Kapazitäten in der Anfangsphase sind zunächst einmal Samsung und deren Galaxy S8 vorbehalten. Vera hatte euch bereits erklärt, wieso LG die Entscheidung so getroffen hat und wieso die Idee gar nicht mal so schlecht sein könnte. Daher hier nochmal ihre Erklärung:

Im Herbst letzten Jahres kündigte Samsung an, erste Systems-on-a-Chip in einem 10-nm-FinFET-Prozess herzustellen. Die Südkoreaner haben für ihre Technik eine eigene Bezeichnung: Sie nennen sie 10LPE, das steht für Low Power Early und soll eine geringere Chipfläche aufweisen. Dieses Verfahren ging am 17. Oktober 2016 in den Serienproduktionsmodus und genau einen Monat später gaben Qualcomm und Samsung das erste Produkt aus diesem Prozess bekannt: Der Snapdragon 835.

Nun da wir wissen, dass der Chip gerade erst aus den Kinderschuhen geschlüpft ist, schauen wir uns mal die Produktionszeiten an. Als noch die 28-nm-Technologie bei dem Halbleiterherstellungsverfahren angewandt wurde, dauerte es in etwa 12 Wochen, bis die Halbleiter bearbeitet wurden. Nun fügen wir noch ein paar Wochen zum Testen und Verpacken hinzu und schon sind wir bei, sagen wir mal, 14 Wochen. Die Rechnung bezieht sich jetzt nur auf die alte Technologie, bei dem heutigen 10-nm-FinFET-Prozess stecken mehr Komplexität, mehr Metallschichten und viel mehr Verarbeitungsschritte im Allgemeinen dahinter. Am Ende kann man mit ungefähr fünf Monaten rechnen, bis der Chip dann tatsächlich im Handy verbaut ist.

In der realen Welt kann kein Gerät hergestellt und am selben Tag noch verkauft werden, es hängt einfach zu viel hinten dran. Die Nachfrage will ja auch gedeckt werden, denn bei beispielsweise dem kommenden S8 oder neuen iPhone ist das Geschrei am Anfang erstmal besonders groß. Wenn man Tausende Handys am ersten Tag verkauft, müssen diese Geräte auch vorhanden sein. Sie müssen angesammelt, gelagert und an Händler versandt werden – da kann man locker nochmal einen Monat hinzurechnen. Insgesamt sind wir jetzt bei einem sechsmonatigen Terminplan vom Werk bis zur Auslieferung im Handy.

Nun ist es so, dass das Samsung S8 weder auf der CES 2017 noch auf der MWC 2017 vorgestellt wird. Es dauert länger, da das Smartphone den Snapdragon 835 eingesetzt bekommt und wegen den Produktionszeiten einfach nicht früher fertig sein kann. Das erklärt auch, warum LG sich für den Vorjahres-Chip entschieden hat, denn sie können ihr G6 rund einen Monat früher launchen als Samsung sein S8.

Außerdem werden die Südkoreaner wahrscheinlich die erste Fuhre 835er bekommen, da sie mit Qualcomm gemeinsame Sachen machen. Das bedeutet, dass LG seine Smartphones noch später veröffentlichen könnte. Und das ist auf einem Markt, der nur von neuen glänzenden Produkten lebt, quasi das Todesurteil. Man darf auch nicht vergessen: Gerade jetzt ist der Snapdragon 821 noch das aktuellste Modell und keineswegs veraltet. In dem Fall hat LG eigentlich ziemlich schlau gehandelt.

Wie Vera schon schreibt: Zum aktuellen Zeitpunkt ist der Snapdragon 821 noch das aktuelle SoC-Flaggschiff Qualcomms und LG betont, dass man aufgrund der Erfahrungen mittlerweile noch ein wenig mehr Leistung aus dem Baustein herauskratzen kann, als es im letzten Jahr der Fall war und auch die Probleme bezüglich des Überhitzens gehören der Vergangenheit an. Darüber hinaus gibt es einen weiteren Nutzen, der sich aus der engen Zusammenarbeit mit Qualcomm ergibt: Einige Features des Snapdragon 835 haben ihren Weg in diesen Snapdragon 821 gefunden, wovon die Kamera-Software profitiert, indem beispielsweise übergangslos von der einen auf die andere Kamera geswitcht werden kann.

LG vertraut auf 4 GB RAM und beim Speicher müssen euch 32 GB ausreichen in der europäischen Version des G6. Käufer in Asien haben es da besser, da wird das G6 mit 64 GB Flash-Speicher ausgestattet. Das ist übrigens nicht das einzige Mal, wo sich die europäische Version von einer anderen unterscheidet. So bekommen wir in unserer Ausführung keinen 32-Bit Hi-Fi Quad DAC-Sound geboten, außerdem ist auch das Wireless Charging hierzulande nicht möglich.

Wenn wir schon vom Laden sprechen: Der Akku ist dieses Mal fest verbaut und bietet eine Kapazität von 3.300 mAh. Auf das Display im 18:9-Format und die Kamera werden wir natürlich noch ausführlicher eingehen. Mittlerweile ist es ja nicht mehr selbstverständlich, dass es einen 3,5 mm Klinken-Anschluss für das Headset gibt, also lassen wir euch wissen, dass dieser Port beim G6 auch noch an Bord ist. Außerdem könnt ihr auch eine microSD-Karte im Device versenken, um den – für mein Empfinden – sehr knapp bemessenen Speicher zu erweitern.

LG G6 Design und Verarbeitung

LG G6 von oben

Manche Sachen kommen irgendwie nie aus der Mode und besitzen einen zeitlosen Chic. Das kann für bestimmte Serien eines Autoherstellers gelten, oder auch für Musik – beispielsweise bei einer Hymne von Depeche Mode, die auch heute nichts von ihrem Charme verloren hat. Es gilt aber auch für das Design von Smartphones, was vom LG G6 bestätigt wird. Es präsentiert sich elegant und klassisch und der Designstil mit den abgerundeten Ecken scheint ebenfalls zeitlos und immer up to date zu sein.

Das G6 besticht durch klare Linien und der Eindruck wird noch dadurch verstärkt, dass sich auf der Rückseite – die aus 2.5D-Glas besteht – kein Kamera-Bump mehr befindet, die Cam also plan mit dem Gehäuse abschließt. Ich muss zugeben, dass ich anfangs gar nicht zu sehr angetan war vom Design des G6 und ich es zunächst sogar ein klein wenig langweilig und durchschnittlich fand. Aber je mehr Zeit ich mit dem Handset verbringe, desto mehr bin ich begeistert von der konsistenten Gestaltung des Geräts.

Das Design in seiner klaren Schlichtheit wirkt absolut durchdacht und wie ein Smartphone-Design, welches wir so eher vielleicht von Samsung als von LG erwartet hätten. Nicht falsch verstehen: Ich hab die G-Reihe immer geliebt, gerade die besonders individuellen Ideen wie zum Beispiel mit der Verarbeitung von Leder, aber das Design dieses neuen Modells hat das Potenzial, ein wirklicher Klassiker zu werden.

Was ist mir direkt aufgefallen beim G6? Als erstes die abgerundeten Ecken und das großartige Display. Ich warf zunächst einen Blick auf das G6 in der Farbe „Astro Black“, das mir auch direkt gefiel. Das G6 in „Mystic White“ gefällt mir noch ein bisschen besser, aber als dann die Ausführung in „Ice Platinum“ aus der Tasche geholt wurde, hatte mich LG endgültig am Haken. Das ist genau das Handset, auf das ich gehofft hatte! Die texturierte Glas-Rückseite fängt schön das Licht ein, ist allerdings auch – wie alle Glas-Smartphones – ein Fingerabdruck-Magnet, wobei das beim weißen Modell am wenigsten auffällt.

Übermäßig weit hat sich LG gar nicht mal von seiner bisherigen Designsprache entfernt, denn die verschiedenen Elemente wie der rückseitige Power-Button oder das Kamera-Setup mit den zwei Cams kennen wir ja bereits. Die Charakteristika hat man ein wenig heruntergefahren und sich auf die Kernfunktionen konzentriert. Nichts soll übermäßig vom Display ablenken – dem Teil des Smartphones, auf den sich die Nutzer hauptsächlich fokussieren. Das gilt auch für die ausgesuchten Farben, in denen das G6 verfügbar sein wird. Die sehen allesamt sehr seriös und nach Business aus, obwohl die Planung vorsieht, dass später noch mehr Farben erscheinen werden, um besser auf die Nachfrage reagieren zu können.

Beim Design fällt natürlich auch das Display-Format auf, welches in der Form zwei Quadraten entspricht. Auf die Hardware-Buttons wurde verzichtet und wenn ihr die Navigation-Bar ausblendet, bringt euch das nochmal mehr sichtbares Display. Einer der großen Vorteile dieses Formats ist es, dass ihr hier ein sehr großes Display geboten bekommt, welches ihr aber dennoch bequem in einer Hand halten kann, weil es lediglich in der Länge gewachsen ist und nicht breiter gebaut werden musste.

LG G6 Display

Beim „FullVision“-Display hat LG besonders Gas gegeben dieses Mal und dort eine Menge interessante Features untergebracht. Wir haben es hier mit einem 5,7 Zoll großen QHD-Display zu tun – mit einer Auflösung von 2.880 x 1.440 Pixeln und einer Pixeldichte von 565 ppi. Damit ist LG das erste Unternehmen am Markt mit einem 18:9-Smartphone-Screen, wobei wir davon ausgehen, dass sich dieses Format in der Flaggschiff-Klasse über kurz oder lang durchsetzen könnte.

Mittlerweile bietet auch Netflix bereits Serien im 2:1- bzw. 18:9-Format an und dieses Univisium getaufte Format dürfte sich in absehbarer Zeit für TV und in Kinos als Standard etablieren. Neben LG werden auch die Namen Samsung und Apple gehandelt als Unternehmen, die auf dieses Format setzen wollen – LG ist bei diesem neuen Trend der Vorreiter, was die Smartphones angeht.

Das Display des G6 ist mit 500 Nits im Normal-Modus und sogar 600 Nits im Outdoor-Modus bei maximaler Display-Helligkeit sehr hell. Vorne wird das Display durch Gorilla Glass 3 geschützt, hinten sitzt übrigens Gorilla Glass 5.

Was geht noch mit dem 18:9-Format – außer Filme-Schauen?

Die UX – also das Software-Interface – hat ein paar Funktionen spendiert bekommen, die sich diese zusätzlichen Pixel zunutze machen. Besonders fällt das auf bei der Kamera, wo man eine Cam-Roll ergänzt hat und eine neue eigenständige App namens „Square“, auf die wir später noch eingehen werden. Egal, ob beim Musikplayer, Wetter-App oder bei der Kontaktseite: Alle Bildschirme der Full-Screen-UX profitieren davon, dass ihr auf dem Smartphone mehr Platz habt und somit mehr sehen könnt.

Abgerundete Ecken: Sie können mehr als nur gut aussehen

Abgerundete Ecken sehen toll aus, auch bei Smartphone-Displays, beim G6 geht es aber nicht nur ums gute Aussehen. In diesem Fall sorgt die Bauweise des Displays auch dafür, dass das Smartphone robuster ist. Traditionell kommen die Panels mit scharfen Ecken, nicht so aber das LG G6, wo die Ecken eben abgerundet sind. Das führt dazu, dass im Falle eines Sturzes die Kraft besser verteilt wird und nicht allein auf einen Punkt – eine der Ecken – wirkt. Die Winkel des Metallrahmens unterstützen diese Stabilität und sorgen dafür, dafür, dass die Wahrscheinlichkeit sinkt, dass das Glas auf der Vorder- oder Rückseite springt.

Unabhängig davon ist das Tollste daran für mich aber schlicht, dass es atemberaubend gut aussieht und das Smartphone sehr elegant wirken lässt. Das Design gefällt mir noch besser als die Curved-Displays von Samsung – gar nicht mal, weil es besser aussieht, sondern weil ich ein wenig ungeschickt bin und daher mit so exponierten Glas-Kanten nicht viel anfangen kann.

Einen kleinen Haken konnte ich leider aber auch beim Display ausmachen. Mich persönlich stört es jetzt eigentlich nicht besonders, aber ich könnte mir vorstellen, dass es den ein oder anderen von euch stören könnte: Die Abrundungen in den Ecken sind nicht ganz perfekt, die Krümmung ist eine andere als an den Rändern des Geräts, wodurch das Design nicht absolut konsistent ist. Man muss schon ziemlich genau hinschauen, aber nachdem ich es gesehen habe, hat es mich nicht mehr wirklich gekümmert. Wie gesagt: Den ein oder anderen könnte es vielleicht stören, daher dachte ich, es sollte zumindest erwähnt werden.

LG G6 Kamera

LG bietet hinten wieder eine Dual-Cam auf mit jeweils 13 Megapixeln. Auf dem Papier klingt das nach einem Rückschritt gegenüber dem G5, wo zumindest eine Kamera über 16 Megapixel verfügte. Durch diese Entscheidung konnte LG zumindest den Kamera-Huckel loswerden. Einmal haben wir es dabei mit einer 125 Grad Weitwinkel-Linse zu tun, einmal mit 71 Grad. Bei der Weitwinkel-Linse fehlt der Autofokus, ihr habt also wie bei einer GoPro einen fixen Fokus, bei der Standard-Linse könnt ihr wie gewohnt mit einem Fingertipp fokussieren.

LG G6 von hinten, Blick auf die Kamera

Einen weiteren Unterschied gibt es bei den rückseitigen Kameras noch, den ihr bedenken solltet: Nur die Standard-Linse verfügt über optische Bildstabilisierung, die Weitwinkel-Linse muss also ohne auskommen. Das führt gerade bei Low-Light-Fotos dazu, dass die Ergebnisse mit Weitwinkel ein wenig verrauschter daherkommen als die mit der normalen Linse.

Beim Kamera-Interface fiel es uns während des Testens erstmals wirklich auf, wie LG die zusätzlichen Pixel ausnutzt, die uns das 18:9-Format bietet. Macht ihr nämlich quadratische Fotos, ist das Display in zwei perfekte Hälften geteilt: Einmal habt ihr den Sucher, indem ihr seht, was ihr gerade fotografieren könntet, in der anderen Hälfte seht ihr das eben geschossene Bild. Perfekt, um direkt festzustellen, ob man schon das perfekte Foto gemacht hat, oder lieber nochmal draufhalten sollte und das, ohne die eigentliche Kamera-App verlassen zu müssen.

Weitere Modi, die mit an Bord sind:

  • Der Guide Shot, bei dem ihr quasi passend zum Motiv eine kleine Anleitung dazu bekommt, wie ihr es am besten in Szene setzt.
  • Der Grid-Shot, bei dem vier Bilder zu einem zusammengesetzt werden.
  • Der Match Shot, bei dem ihr aus zwei Bildern sehr kreative Collagen erstellen könnt.

Square Camera UX:

Logisch, dass es natürlich auch die Möglichkeit gibt, im manuellen Modus die Fähigkeiten der Kamera auszureizen, indem ihr den Weißabgleich, die Anpassung der Belichtungszeit etc. selbst in die Hand nehmt. Im ausführlichen Test werden wir euch auch dazu natürlich mehr erzählen können, was die Kameras im G6 auf dem Kasten haben. Generell lässt sich aber schon mal sagen, dass LG hier auch die Fraktion bewusst ins Boot geholt hat, die einfach nur schnell und unkompliziert Schnappschüsse machen möchte, ohne dass das zu Lasten der Qualität geht.

LG G6 Sample-Bilder

LG G6 Software

Zunächst mal kommt das LG G6 mit Android 7.0 Nougat und dem Google Assistant. Beim Design der Software fallen Änderungen auf, beispielsweise die etwas vergrößerten Icons, die an den Ecken nun die exakt gleichen Rundungen vorweisen wie die abgerundeten Ecken des Displays.

Die Icons in „Squircle“-Form (Kunstwort aus „Square“ und „Circle“) sind per Default aktiviert, können aber ausgeschaltet werden. Sollte ein Icon keinen Hintergrund haben, erscheint um das Icon ein weißer Hintergrund (70 Prozent Transparenz). Auch Huawei hat sich an diesem Feature versucht, es aber danach wieder entfernt und auch hier sind wir nicht sicher, ob es wirklich notwendig ist. Die ganze Idee wirkt auf uns mehr nach Apple-Philosophie und passt nicht unbedingt auf Android.

LG gibt euch die Möglichkeit, per App-Scaling-Einstellung fürs Display zu justieren, wie die Apps skalieren sollen. Viele Apps – gerade Spiele erledigen das automatisch – haben dieses Feature an Bord, aber eben nicht alle. Für den Fall, dass die Darstellung auf dem 18:9-Display zu merkwürdig gerät, könnt ihr hier selbst Hand anlegen und nachbessern.

Full Screen UX

Wie oben schon angesprochen, hat sich LG darum bemüht, den zusätzlichen Platz sinnvoll zu nutzen, egal welche Anwendung oder welchen Screen ihr gerade im Einsatz habt. Ihr seht also sowohl in der Kontaktliste mehr Namen auf einen Blick, in der Kontakt-Einzelansicht bekommt ihr mehr vom Kontaktfoto zu sehen, mehr Text in den Messengern, mehr Übersicht im Musik-Player usw.

Dadurch, dass sich LG selbst darum gekümmert hat, die eigenen Anwendungen perfekt ans neue Format anzupassen, ist auch alles absolut konsistent. Auch die Anpassung an Android 7.0 Nougat ist gelungen, so dass ihr hier nicht nur (neben dem Google Pixel) das erste Smartphone erhaltet mit dem neuen Google Assistant, sondern eben auch generell eines mit aktuellem Android, was ja leider nach wie vor nicht selbstverständlich ist.

LG G6 Vorläufiges Fazit

Die Smartphone-Hersteller versuchen alljährlich, ihre Konkurrenz auszustechen und versuchen sich dabei oft mit allerlei abgefahrenen Funktionen zu überbieten. Mag sein, dass dabei das Wesentliche auf der Strecke geblieben ist – eben das, was für den Verbraucher wirklich zählt: Ein Smartphone, das nicht so leicht kaputtgeht, das eine Kamera besitzt, die nicht nur eine Million Features für Foto-Experten, sondern auch einen soliden Auto-Modus für Schnappschüsse mitbringt. Ein Smartphone, das einen Akku an Bord hat, der locker über den Tag reicht (ob das so ist, wird unser ausführlicher Test zeigen) und ein stylisches Design, bei dem man sich auf das fokussiert, was am Smartphone eben besonders wichtig ist – das Display. Das G6 beherzigt jeden dieser Punkte.

Auf den ersten Blick ist das G6 einfach nur irgendein neues (wenn auch hochwertiges) Smartphone. Aber LG hat sich ganz bewusst dafür entschieden, ein Smartphone für die Masse zu bauen und der Großteil der Smartphone-Nutzer will nun mal ein Handset mit ordentlicher Performance, einer guten Kamera und einer vernünftigen Verarbeitungsqualität und Robustheit. All das ist beim LG G6 der Fall und das bedeutet, dass sehr viele Menschen mit diesem Teil absolut glücklich sein dürften.

Im ausführlichen Test werden wir dann nicht nur die Kamera ausgiebigst unter die Lupe nehmen, sondern euch dann auch sagen können, wie lange der Akku durchhält und auch, wie sich die Performance des G6 macht. Geht aber davon aus, dass ihr keinerlei Performance-Schwierigkeiten zu erwarten habt und einen Snapdragon 821 im Gerät vorfindet, der sogar noch ein bisschen stärker ist als die Version, die sich in bisherigen Smartphones befindet.

Diejenigen, die sich ein Smartphone von LG wünschen, in dem das Neuste vom Neuen verbaut wird, was der Premium-Sektor hergibt, werden sich wohl gedulden müssen und auf das V30 warten, welches später im Jahr vorgestellt wird. Alle anderen können bedenkenlos zugreifen, denn mit dem G6 ist ein Smartphone gelungen, welches nicht für nahezu jedermann geeignet ist, sondern absolut das Zeug zum Klassiker hat.

Viel zu bemängeln gibt es in der Tat nicht beim G6, aber zu den Kritikpunkten gehört für mich auf jeden Fall, dass das europäische G6 im Gegensatz zu der Variante, die für andere Regionen bestimmt ist, kein Wireless Charging unterstützt, keinen Quad DAC-Sound bietet und mit 32 GB Speicher statt 64 GB angeboten wird.