Samsung Galaxy S8 und S8 Plus im Test: So fühlt sich die Zukunft an

Mit dem Samsung Galaxy S8 und dem Galaxy S8+ möchten die Koreaner ein schwieriges letztes Jahr vergessen machen. Wir sagen euch, wie sich die beiden Telefone in unserem ausführlichen Test geschlagen haben.
Pro
  • ausgezeichnetes Display
  • beeindruckendes Design
  • wasserdicht
  • sehr starke Kamera
  • sehr gute Performance
Kontra
  • Akkulaufzeit bei voller Auflösung nur befriedigend
  • Fingerabdrucksensor unzuverlässig
  • Lautsprecher enttäuschend
  • Bixby Knopf ohne Funktion

Groß angekündigt, nun endlich da – das neue Samsung Galaxy S8. Wir haben das Galaxy S8 und das S8 Plus ausführlich getestet:

Design

  • Großartige Verarbeitung
  • Extrem hochwertig
  • Eines der schönsten Smartphones ever

Dass das Design zumindest von vorne vom Display dominiert wird, das ist wohl keine Frage. Beim restlichen Design gibt es keine großen Änderungen zum S7. Stattdessen sind es Verfeinerungen, die sich aber klar im Handling widerspiegeln. Der Aluminium-Rahmen verläuft nun wie beim Samsung Galaxy Note 7 symmetrisch. Das Galaxy S8 liegt damit natürlicher und „runder“ in der Hand. Das S8 und S8 Plus sind definitiv echte Handschmeichler.

Mit Abmessungen von 148,9mm x 68,1mm x 8mm ist das S8 überraschend kompakt. Es ist sogar 1,5mm schmaler als das Samsung Galaxy S7, in der Höhe dafür 6,5mm höher.

Vor allem die Breite macht das S8 so handlich, dass auch Samsung Galaxy S7 Nutzer überzeugt sein dürften.

Das S8 Plus fällt größer aus als das S7 Edge, auch hier spielt aber die Breite eine wichtige Rolle. Gerade mal 0,8mm beträgt hier der Unterschied – trotz des größeren Bildschirms!

Im Vergleich zum S8 liegt das Samsung Galaxy S8 Plus nicht ganz so gut in der Hand. Der langgezogene Bildschirm erschwert bei dieser Größe die Bedienung. Man muss explizit Gefallen an großen Telefonen haben, um das S8+ zu mögen. Hiermit wird klar die Zielgruppe eines Samsung Galaxy Note 7 oder Huawei Mate 9 angesprochen.

Die Rückseite besteht weiterhin aus abgerundetem Glas. Bei der Farbe Orchid Gray waren Fingerabdrücke deutlich sichtbar, die schwarze ist dafür noch anfälliger. Der Aluminiumrahmen ist bei allen Modellen hochglänzend war, ist aber farblich angepasst. Alle drei Farbvarianten verfügen über eine schwarze Front.

Eine IP68 Zertifizierung sorgt dafür, dass das Samsung Galaxy S8 staub- und wasserdicht bis 1,5 Metern ist bei maximaler Tauchlänge von 30 Minuten. Das können nicht alle Konkurrenzgeräte bieten.

Insgesamt lässt sich festhalten, dass das Samsung Galaxy S8 eines der schönsten Smartphones ist, das ich je gesehen habe. Die Verarbeitungsqualität ist großartig, das Display auf der Front beeindruckt und es liegt extrem hochwertig in der Hand.

 Display

  • Großes 5,8 Zoll Display im ungewöhnlich langgestreckten 18,5:9 Format
  • Tolle, kräftige, natürliche Farben, hohe Kontraste, perfekter Schwarz-Wert
  • Helligkeit im kompletten Smartphone-Markt einmalig
  • Im spitzen Blickwinkel werden weiße Inhalte leicht grünstichig (stört nicht im Alltag)
  • FHD+ standardmäßig, WQHD+ im Leistungsmodus einstellbar (verbraucht mehr Strom)

Unbox your phone – das war der Slogan der letzten Wochen, mit dem der koreanische Hersteller die Werbetrommel für das Samsung Galaxy S8 gerührt hat. Das Unboxing war vor allem im übertragenen Sinn gemeint: Weg von den üblichen Rändern und rechteckigen Formen, hin zu mehr Displayfläche und organischen Linien.

Das Samsung Galaxy S8 schafft genau das sehr gut. Das 5,8 Zoll große Display beim kleineren Modell, beim Plus sind es 6,2 Zoll, erstreckt sich fast über die komplette Front. Ränder gibt es kaum, vor allem, weil es bei beiden Modellen zu den Seiten abgerundete Kanten gibt.

Die „Edge“ ist dabei nicht so stark wie beim Samsung Galaxy S7 edge. Sie ist deutlich subtiler, hat einen spitzeren Radius und erinnert somit an das Samsung Galaxy Note 7 (das bei der Präsentation übrigens mit keinem einzigen Wort erwähnt wurde). Dadurch werden Reflexionen an den Seitenrändern sichtbar reduziert, was in der Vergangenheit durchaus ein Kritikpunkt war.

Wie auch beim LG G6 sind die „Ecken“ des Panels abgerundet. Das ist Samsung allerdings besser gelungen als dem Konkurrenten, die Rundung sieht natürlicher aus und hat einen passgenauen Radius. Eine Funktion haben die runden Ecken nicht, sie sehen aber wahrlich beeindruckend aus.

Die Technik verschwindet hinter dem Inhalt

Obwohl der Bildschirm des Galaxy S8 mit 5,8 Zoll groß ausfällt und das Handy damit in das Phablet-Segment fällt, liegt es überraschend handlich in der Hand. Ein Grund dafür ist das ungewöhnliche Seitenverhältnis von 18,5:9. Das S8 bleibt damit fast so handlich wie das Samsung Galaxy S7 edge. Wirklich vergleichen lässt sich die Displaydiagonale zu aktuellen Smartphones nicht. Die größere Diagonale suggeriert eine größere Displayfläche, diese wird aber vom schmaleren Seitenverhältnis reduziert.

Im Vergleich zum LG G6 ist es etwas mehr in die Länge gezogen, was man bei Videos schnell merkt. Vor allem Serien und YouTube-Videos erhalten deswegen schwarze seitliche Balken – bei Kinofilmen gibt’s dafür weniger Probleme.

Samsung hat für dieses Problem eine Lösung. Bei YouTube und im integrierten Mediaplayer kann man die schwarzen Balken mit einem Tastendruck verschwinden lassen. Im Grunde zoomt das Galaxys S8 einfach etwas rein. Oft klappt es gut, manchmal wird die Stirn eines Vloggers oder Untertitel am unteren Rand weggeschnitten.

Rein technisch ist das Super AMOLED Display des Samsung Galaxy S8 ausgezeichnet. Tolle, kräftige, dennoch natürliche Farben, hohe Kontraste und ein perfekter Schwarz-Wert.

Die Helligkeit ist im kompletten Smartphone-Markt einmalig und wird auch von DisplayMate, einer Teststelle, zum Sieger gekürt. 1020 Candela pro Quadratmeter messen die Experten in der hellsten Einstellung – ein Rekordwert!

Mehr kann man sich von einem Panel nicht wünschen, oder? Fast! Die Blickwinkel fallen zwar sehr weit aus, weiße Inhalte werden zu den Seiten hin etwas grünstichig. Nichts, was im Alltag wirklich stört, eher ein Abzug in der B-Note.

WQHD+ Auflösung – oder doch nicht?

Auch die Auflösung kann sich wie immer sehen lassen. WQHD+, also 2960*1440 Pixel bedeuten, dass die Pixeldichte bei fast zum Vorjahr identischen 578ppi beziehungsweise 529ppi (Samsung Galaxy S8 Plus) bleibt. Allerdings gibt es einen Haken: Vom Werk aus ist die Auflösung sowohl beim S8 als auch beim S8+ auf FHD+ eingestellt, also 2220*1080 Pixel. Der Grund? Der Akku des Samsung Galaxy S8 hält sonst kaum einen Tag durch. Dazu später mehr.

Möchte man das volle Potential des Samsung Galaxy S8 erleben, dann muss man den so genannten „Leistungsmodus“ aktivieren. Erst dann wird die volle Displayauflösung ausgereizt und auch die restlichen zehn Prozentpunkte der Helligkeit werden freigegeben.

Im Alltag merkt man den Unterschied zwischen WQHD+ und FHD+ nur kaum, egal ob beim S8 oder S8+. Schaut man genau hin, stupst den Bildschirm also fast mit der Nase an, dann erkennt man bei FHD+, dass die Schriften weniger scharf sind. Im täglichen Gebrauch fällt das jedoch kaum auf. Erst recht merkt man die um 10% reduzierte maximale Helligkeit nicht. Selbst mit 90% seiner Leistung überstrahlt das Display des S8 die gleißende Explosion des Todessterns die Sonne.

Hardware & Performance

  • In Europa: Exynos 8895, Octa core (2.3GHz Quad + 1.7GHz Quad)
  • Animationen und Alltagsbetrieb butterweich
  • Alle aktuelle Spiele laufen auf höchsten Einstellungen
  • Mit AnTuTu Wert über 170.000 das aktuell schnellste Android Smartphone
  • Dockingstation DeX funktioniert recht gut
  • Fingerabdruckscanner und Irisscanner manchmal unzuverlässig

In Europa werkelt der neue Samsung Exynos 8895 im Innern des S8, in den USA ist es der Qualcomm Snapdragon 835. Samsung verspricht im Vergleich zum Vorgänger eine CPU-Mehrleistung von +10%, bei der GPU sollen es +21% sein. Der Chip, der im kompakten 10 Nanometer-Verfahren gefertigt wird, kombiniert vier schnelle Kerne, die mit 2,3 GHz takten, mit vier weiteren, die mit 1,7 GHz takten. Außerdem stehen 4GB Arbeitsspeicher zur Verfügung.

Der interne Speicher wird mit UFS 2.1 angebunden und ist 64GB groß. Wie zuvor kann er auch mit microSD Speicherkarten erweitert werden.

Im Test-Alltag konnte die Performance des S8 zu jeder Zeit überzeugen. Alle Animationen waren stets flüssig, Apps öffneten ohne Verzögerung und auch multitasken kann man bestens. Auffällig ist, dass in der Regel etwa 750MB Arbeitsspeicher frei sind. Bereinigt man den Speicher, dann sind auch „nur“ 1,5GB frei. Das System verbraucht etwa 2GB, dazu werden im Schnitt knapp 700MB reserviert – wofür, das zeigt der Gerätemanager leider nicht an. Eine negative Auswirkung auf die alltägliche Performance konnte aber nicht festgestellt werden.

Alle aktuellen Spiele lassen sich selbstverständlich auf höchster Einstellung durchgängig flüssig spielen. Hier braucht man auch in Zukunft keine Sorgen vor Performance-Schwierigkeiten zu haben. In Benchmarks lässt das Samsung Galaxy S8 ganz klar die Muskeln spielen.

Mit einem AnTuTu Wert von über 170.000 ist das Samsung Galaxy S8 das aktuell schnellste Android Smartphone. Auch im Geekbench schlägt es sich sehr gut: Fast 2000 Punkte im Single Core Score und 6400 im Multi Core Score werden erreicht.

 

Technische Daten: Samsung Galaxy S8 vs Galaxy S8 Plus

Das S8 und dem S8 Plus unterscheiden sich in diesen Punkten:

  • Display
  • Akku
  • Abmessungen
  • Gewicht

Die Unterschiede sind in der Tabelle farblich hervorgehoben.

Samsung Galaxy S8Samsung Galaxy S8+
Display5,8 Zoll, 2960 x 1440 px, 570ppi6,2 Zoll, 2960 x 1440 px, 529ppi
Prozessor
Exynos 8895, Octa core (2.3GHz Quad + 1.7GHz Quad), 10 nm Prozess
Exynos 8895, Octa core (2.3GHz Quad + 1.7GHz Quad), 10 nm Prozess
Arbeitsspeicher4 GB4 GB
Speicher64 GB, per microSD-Karte erweiterbar um bis zu 256 GB64 GB, per microSD-Karte erweiterbar um bis zu 256 GB
Android-VersionAndroid 7.0 NougatAndroid 7.0 Nougat
Kamera hinten12 MP, f/1.7, 1,4µm große Pixel, Dual Pixel AF, OIS12 MP, f/1.7, 1,4µm große Pixel, Dual Pixel AF, OIS
Kamera vorne8 MP, f/1.7, Autofokus8 MP, f/1.7, Autofokus
Akku3.000 mAh mit Samsung Fast Charge, Qualcomm Quick Charge 3.0, USB-C Power Delivery und Wireless Charging3.500 mAh mit Samsung Fast Charge, Qualcomm Quick Charge 3.0, USB-C Power Delivery und Wireless Charging
Konnektivität
Wi-Fi 802.11 a/b/g/n/ac (2.4/5GHz), VHT80 MU-MIMO, 1024QAM Bluetooth® v 5.0 (LE up to 2Mbps), ANT+, NFC, Location (GPS, Galileo*, Glonass, BeiDou*)
Wi-Fi 802.11 a/b/g/n/ac (2.4/5GHz), VHT80 MU-MIMO, 1024QAM Bluetooth® v 5.0 (LE up to 2Mbps), ANT+, NFC, Location (GPS, Galileo*, Glonass, BeiDou*)
USBUSB Type-C (USB 3.1)USB Type-C (USB 3.1)
Maße
148.9 x 68.1 x 8.0 mm
159.5 x 73.4 x 8.1 mm
Gewicht152 Gramm173 Gramm

 

DeX: Windows Continuum lässt grüßen

Samsung ist so überzeugt von der Leistung des S8, dass sie eine Docking Station dafür anbieten. Dieses DeX genannte System erinnert dabei stark an die Continuum Funktion von Windows Mobile. Man steckt das S8 ins Dock, schließt Tastatur, Maus und einen Bildschirm an und kann produktiv arbeiten.

Auf den ersten Blick sah die neue Lösung in der Tat schnell aus. Multitasking mit mehreren Fenstern und Apps war kein Problem und falls das S8 dabei etwas ins Schwitzen kommt, regelt ein eingebauter Lüfter im Dock die Abwärme.

Die Koreaner scheinen insbesondere Business-Kunden für diese Lösung gewinnen zu wollen. Neben normalen Android Apps, die über einen Windowed Mode verfügen, wird auch Microsoft Office sowie eine Desktop-Virtualisierungssoftware angeboten. Somit kann man einen Remote-Desktop mit dem S8 live steuern.

Sicherheitsfunktionen: Iris Scanner und Fingerabdrucksensor

Nicht nur für Business-Nutzer interessant sind die Sicherheitsfunktionen. Der Fingerprintsensor, der zuvor im Homebutton eingebaut war, wandert nach hinten neben die Kamera. Ja, richtig, daneben. Für Rechtshänder (also die, die das Telefon in der linken Hand halten) ist das keine optimale Platzierung, im Alltag hat es sich aber als hinnehmbar herausgestellt.

Die Befürchtung aus dem Hands-On, dass man häufiger die Kamera trifft als den Sensor, hat sich nicht bestätigt. Nach wenigen Tagen gewöhnt man sich an die Position.

Nervig ist die schlechte Zuverlässigkeit der Fingerabdruckerkennung des . Etwa alle drei bis vier Mal wird der Finger nicht auf Anhieb erkannt, sondern muss ein zweites oder drittes Mal aufgelegt werden. Auf Dauer ist es störend, ein Software-Update könnte hier für Besserung sorgen. Leider ist der Sensor auch nicht der schnellste und benötigt eine knappe Sekunde, um das Telefon zu entsperren. Das kann ein Huawei P10 um Längen besser.

Der Iris Scanner, der zuerst im Samsung Galaxy Note 7 eingesetzt wurde, findet sich nun auch im Samsung Galaxy S8 und S8+ wieder. Gefühlt funktioniert er etwas schneller und zuverlässiger. Für Brillenträger ist er aber weiterhin nur bedingt geeignet. Die Gläser spiegeln in der Regel, sodass eine flotte Erkennung nur unter bestimmten Winkel möglich ist. Nachts braucht man es mit der Iris-Erkennung gar nicht versuchen. Ohne Brille funktionierte er deutlich flotter, allerdings kann ich nichts zum alltäglichen Gebrauch sagen.

Software

  • Android 7.0 mit Samsung Experience 8.1
  • Sicherer Ordner als Teil von Samsung Knox
  • Sprachassistent Bixby fehlt noch

Das Samsung Galaxy S8 wird mit Android 7.0 ausgeliefert, aufgewertet wird es von der Samsung Experience 8.1.

Vor allem optisch gibt es einige Änderungen. Da wäre zum Beispiel der Home Screen, der nun über einen Wisch nach oben oder unten zum App Drawer wechselt (optional kann man sich dafür wieder eine Schaltfläche auf den Homescreen legen). Benachrichtigungen und Schnelleinstellungen sehen etwas flacher und moderner aus, so auch die Systemeinstellungen.

Leider sind die Menüs etwas unübersichtlich, man sucht oft länger nach Einstellungen, um sie in einem Untermenü zu finden, in dem man es am wenigsten erwartet. Das geht besser.

Recht gut finde ich den Punkt Gerätewartung. Hier kann man das Smartphone automatisch optimieren. Alternativ trifft man spezifisch Einstellungen zu Akku, Leistungsmodus, Speicher, Arbeitsspeicher und Gerätesicherheit inklusive Virenscan.

Der Themen Store ist ebenfalls wieder an Bord. Hier kann man kostenlose und kostenpflichtige Themes auf das Smartphone ziehen und es so an den eigenen Geschmack anpassen.

Als Teil von Samsung Knox wird ein sicherer Ordner angeboten. Hier kann man Dateien, Notizen, Fotos, eMails und Kontakte speichern und diese mit Passwort, Fingerabdruck oder Iris-Scan schützen. Eine gute Idee nicht nur für Geschäftskunden.

Bixby: Der fehlende Sprachassistent

Bixby, so heißt der neue Sprachassistent, der einen im Alltag begleiten soll. Der intelligente Begleiter soll nicht nur wie Siri oder Google Now Rede und Antwort stehen, sondern auch einzelne Funktionen selbständig übernehmen. Um das zu vollziehen, weiß Bixby jederzeit um den Kontext bescheid.

Kleines Beispiel: Ihr fragt nach Fotos aus London, Bixby sucht euch alle aus. Ihr wählt eins und sagt, ihr wollt es als Hintergund setzen. Zack, fertig ist der Hintergrund. Alternativ wählt ihr mehrere Fotos aus und lasst per Sprache ein neues Album anlegen. Auch kann man Gebäude und Gegenstände abfotografieren, um mehr dazu zu erfahren. Zum Wein werden Bewertungen und Preise angezeigt, zu Gebäuden und Kunstwerken entsprechende historische Hintergründe.

Die Funktionen sind recht vielfältig, aber wirklich neu sind sie einzeln betrachtet nicht. Google Goggles kann schon seit Jahren Informationen zu Objekten liefern, Siri und Google Now sortieren auf Wunsch eure Bilder nach Stadt oder Objekt und Google Now on Tap bietet kontextuelle Informationen zu dem, was auf dem Bildschirm zu sehen ist. Es ist wohl eher die Gesamtheit aller Funktionen, die in einem Dienst zusammengefasst wird, was wirklich neu ist.

In ersten Tests funktioniert Bixby noch recht träge. In den zehn Sekunden, in denen Bixby ein neues Fotoalbum erstellt, wären die meisten Nutzer wahrscheinlich auch fertig. Ein Assistent, der länger braucht als man selbst ist mehr ein Hindernis, als eine Hilfe. Hier muss bis zum Verkauf was passieren.

Hello Bixby! Hello? Bixby? Ach, der Sprachassistent antwortet erst Ende des Jahres

Das große Aber kommt zum Schluss: Der Bixby Sprachassistent ist bis Ende des Jahres nicht auf Deutsch verfügbar. Selbst auf Englisch wird er es nicht zum Marktstart auf das S8 schaffen und auch dann soll er nicht in Deutschland eingesetzt werden können. De facto ist der Sprachassistent somit nicht verfügbar.

Über dessen Fehlen wird man übrigens immer wieder erinnert, denn Bixby hat einen eigenen Knopf unterhalb der Lautstärkeregelung erhalten. Im Moment macht er genau nichts und Samsung hat in einem kürzlichen Update die Option deaktiviert, ihn mit Drittanbieter-Apps belegen zu können. Eine Möglichkeit ihn in den Systemeinstellungen anders zu belegen, fehlt auch. Unverständlich.

Immerhin gibt es Hello Bixby, eine Art Google Now Feed, den man vom Homescreen aus erreicht. Hier werden Wetter, Termine, Wecker, Samsung Health Daten und Widgets von Twitter oder Spotify angezeigt. Nichts wirklich bahnbrechend neues, im Alltag habe ich es meist nur per Zufall angesteuert.

Kamera

  • Haupt-Kamera: 12 Megapixel, Pixelgröße von 1,4 Mikrometern, f/1.7 Blende
  • Front-Kamera: 8 Megapixel, f/1.7 Blende
  • Extrem gute Fotoqualität
  • Pro Auslösung werden 3 Bilder gemacht, das beste wird automatisch gewählt

„Never touch a winning team“, sagte mal der gute Alf Ramsey. Daran scheint sich Samsung zu halten und verwendet auf der Rückseite die gleiche Kamera wie beim Samsung Galaxy S7. 12 Megapixel Auflösung gepaart mit einer Pixelgröße von 1,4 Mikrometern und einer Blende von f/1.7 sollten für genau die gleiche extrem gute Bildqualität sorgen, wie sie schon beim Vorgänger zu finden war. In der Tat ist der Sensor nicht ganz der gleiche, die technischen Spezifikationen bleiben aber identisch.

Zur Vorstellung des S8 sagte Samsung, dass die Kamera noch schärfere Fotos machen soll, weil pro Auslösung gleich drei Bilder gemacht werden, von denen das mit den geringsten Verwacklungen ausgewählt wird. Zoomt man (digital) rein, dann sollen es bis zu fünf Bilder sein. Tatsächlich sehen Fotos im Vergleich zum S7 etwas besser aus. Sie verfügen über einen etwas höheren Dynamikumfang, den man vor allem bei HDR merkt. Auch werden Farben etwas lebendiger gesättigt und die Schärfe ist natürlicher geworden.

Generell ist es mit dem S8 schwierig, ein schlechtes Foto zu machen. Der Dual Pixel Autofokus sitzt so gut wie immer perfekt, Farben sind angenehm abgestimmt, der Kontrast ist sehr gut. Auch bei wenig Licht beweist das Smartphone, dass es zu den besten Telefon-Knipsen da draußen gehört. Helle, vergleichsweise rauscharme Bilder mit realistischen Farben sind das Ergebnis. Wer selbst noch etwas Hand anlegen will, wird sich über den Pro Modus freuen. Dieser lässt einen ISO, Verschlusszeit, Belichtungskorrektur, Weißabgleich, Belichtungs- und Autofokusmessung sowie den Fokuspunkt frei wählen.

Samsung Galaxy S8 Beispiel-Fotos

Der manuelle Modus ist auch bei der Videoaufnahme aktivierbar. Lobenswert wäre hier noch die Möglichkeit den Ton zu pegeln. Videos gelingen wie auch die Fotos sehr gut. Sie sind gut optisch stabilisiert (bei Bedarf zusätzlich elektronisch). Sie können mit maximal UHD, also 3840*2160 Pixeln aufgenommen werden. Diese Auflösung bietet den gleichen Bildausschnitt an wie FullHD.

Auf der Front gibt es nun eine 8 Megapixel Kamera, die weiterhin über eine f/1.7 Blende verfügt. Videos können hier nun auch mit 2560*1440 Pixeln aufgenommen werden. Dazu gibt es endlich auch einen Autofokus. Dieser arbeitet schnell, präzise und kann auch Gesichter erkennen und verfolgen. Selfies werden mit einer hohen Qualität aufgenommen. Eine automatische HDR-Funktion hilft bei dynamischen Szenen. Für einige witzig, für andere Spielerei werden die neuen Filter sein. Neben Farbfiltern und Stickern kann man auch comic-artige Filter einsetzen, wie manche sie von Snapchat kennen könnten. Witzige Gesichter, Schnauzen, Accessoires und anderes werden dann ins Bild reingeschnitten und können als Foto oder Video festgehalten werden.

Sound

  • Mitgelieferte AKG-Kopfhörer klingen wirklich super
  • Eingebauter Lautsprecher klingt extrem flach und blechern
  • Sound kann per „Adapt Sound“ an das eigene Hören angepasst werden

Teil des Lieferumfangs des Samsung Galaxy S8 und Samsung Galaxy S8+ sind Kopfhörer, die von der österreichischen Marke AKG abgestimmt wurden. Machen wir es kurz: Sie klingen klasse. Tolle Auflösung, schöne Tiefen, die auch in den Tiefbassbereich vorstoßen, angenehme Höhen und Mitten.

Badewannenabstimmung? Ja, etwas, darauf steht nunmal das Ohr der Allermeisten. Vielleicht haben sie einen Hauch zu viel Bass, das kann man aber mit dem Equalizer nachregeln.

Klar ist, dass Klangeindrücke nur subjektiv sein können. Aber auch objektiv betrachtet legt Samsung dem S8 ein Headset bei, das 95% aller mitgelieferten Stöpsel um Welten schlägt.

Dass Klang eine höchstsubjektive Angelegenheit, das versteht übrigens auch Samsung. Deswegen gibt es nicht nur drei Voreinstellungen für unterschiedliche Altersgruppen (denn das Ohr „altert“), sondern auch noch eine Möglichkeit mit „Adapt Sound“ den Klang an sein Ohr zu personalisieren. Dafür werden bei jedem Ohr unterschiedliche Frequenzen angespielt, die man hört oder eben nicht mehr hört. Nach und nach tastet man sich im kompletten Frequenzbereich ab und erstellt ein persönliches Soundprofil. Die eingebaute Software hebt dann Frequenzbereiche an, die man nicht mehr so gut hört. Das Ergebnis lässt sich in der Tat sehen hören.

So viel Lob es zu den Kopfhörer gibt, so viel Kritik gibt es beim eingebauten Lautsprecher. Die Mono-Tröte auf der Unterseite klingt extrem flach und blechern. Bass kann man sich gratis dazu denken. So einen Lautsprecher findet ihr sonst nur in der Mittelklasse, einem Flaggschiff ist er nicht würdig.

Der Kopfhörerausgang ist weiterhin an Bord.

Akku

  • 3000mAh im S8, 3500mAh im S8 Plus
  • Akkulaufzeit mittelmäßig: 3,5-5 Stunden Display On (je nach Einstellungen)
  • Adaptive Fast Charging Ladegerät lädt das S8 in knapp 100 Minuten

Beim Akku geht Samsung keine Experimente ein und verbaut minimal kleinere Größen als im letzten Jahr. Das Galaxy S8 erhält 3000mAh, das S8 Plus 3500mAh. Angesichts der größeren Displays und der höheren Auflösung war die Befürchtung, dass die Akkulaufzeit geringer als bei den Vorgängern ausfallen könnte. Das hat sich im Test leider bestätigt.

Mit voller WQHD+ Auflösung und aktiviertem Always On Display schafft das Samsung Galaxy S8 zwischen dreieinhalb und vier Stunden Display On Zeit über den Tag verteilt. Die verwendeten Apps sind vor allem diverse Messaging und Social Media Dienste (Whatsapp, Telegram, Facebook, Twitter, Hangouts, Hipchat, Gmail), aber auch etwas Google Maps und Browser-Aktivitäten fielen an. Durchschnittlicher Gebrauch ohne Spiele eben. Der Wert ist befriedigend, nicht mehr.

Doch Moment, wir erinnern uns: Standardmäßig wird das Samsung Galaxy S8 mit FullHD+ betrieben, muss also knapp die Hälfte der Pixel durch die Gegend schubsen. Deaktiviert man jetzt noch das Always On Display, dann wird die Akkulaufzeit auf einmal deutlich besser. Werte zwischen viereinhalb und fünf Stunden Screen On Time sind somit möglich. Das ist gut – aber so nutzt man eben nicht das volle Potential der Hardware aus.

Beim Samsung Galaxy S8+ schaut es etwas besser aus. In der FullHD+ Einstellung mit aktiviertem Always On Display kommt man in der Regel auf fünf Stunden aktive Nutzungszeit. Das Samsung Galaxy S7 Edge war hier rund 20% besser.

Wer häufig eine Stromquelle in der Nähe hat, wird aber wohl wenige Probleme mit der Akkulaufzeit haben. Dem Telefon liegt ein Adaptive Fast Charging Ladegerät bei, das das S8 in knapp 100 Minuten auflädt. Auch Qualcomms Quick Charge 3.0 und USB-C Power Delivery mit bis zu 15W können verwendet werden. Schnelles drahtloses Laden ist ebenfalls eingebaut.

Preise und Verfügbarkeit

Das Samsung Galaxy S8 kostet 799 Euro, das Samsung Galaxy S8+ liegt bei 899 Euro. Beide Smartphones können im Samsung Online Shop vorbestellt werden, im freien Handel sind die Modelle seit dem 28. April in den Farben Midnight Black, Orchid Grey und Arctic Silver verfügbar.


Fazit

Hält man das Samsung Galaxy S8, gibt es bei mir nur einen Gedanken: So fühlt sich die Zukunft an. Rein emotional trifft das Samsung Galaxy S8 meinen Nerv. Es ist eines der schönsten Telefone auf diesem Planeten. Das Display ist ausgezeichnet, man kann sich daran einfach nicht satt sehen. Genau so verhält es sich auch bei der Kamera, die bei allen Lichtverhältnissen beste Ergebnisse liefert. In Benchmarks schlägt es die Konkurrenz, im Alltag ist es superflüssig.

Aber es gibt auch eine Schattenseite beim Samsung Galaxy S8. Die Akkulaufzeit hätte deutlich besser ausfallen können, die voreingestellte, niedrigere Auflösung wird die meisten aber wohl eher nicht stören. Der Lautsprecher ist eine Enttäuschung, der Bixby-Knopf ohne Funktion ein Witz. Der Fingerabdrucksensor liegt so schlecht nicht, arbeitet aber unzuverlässig. Hier bleibt die Hoffnung, dass Samsung per Software-Update nachbessert. Im Fall von Bixby wird das passieren, allerdings erst Ende des Jahres.

Gelungen ist das Samsung Galaxy S8 dennoch allemal. Ein Telefon, das einen Ausblick auf die nächsten Jahre gibt. Die Hardware tritt in den Hintergrund, der Content steht im Mittelpunkt. Die Idee gefällt mir, an der Umsetzung muss aber noch gearbeitet werden.

Bewertung
Design / 9.5
Kamera / 9.5
Sound / 7
Performance / 9.5
Akkulaufzeit / 7.5
Software / 8
Preis / 6.5
Editor's Choice / 9.7
Hardware / 9.5
Display / 10
Bildqualität / 10
Samsung Galaxy S8

Das Samsung Galaxy S8 ist eines der schönsten Handys auf diesem Planeten. Das Display ist ausgezeichnet, man kann sich daran einfach nicht satt sehen. Genau so verhält es sich auch bei der Kamera, die bei allen Lichtverhältnissen beste Ergebnisse liefert. Die negativen Punkte sind im Alltag aber nicht zu übersehen.

9.0
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