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Parkt euren Audi A8 mit dem Smartphone, bequem vom Straßenrand aus

Der Remote Parking Pilot ist Bestandteil der Audi AI im neuen Audi A8 und lässt euch das Fahrzeug per Smartphone einparken - ohne, dass ihr selbst im Wagen sitzen müsst.

von Nicole am 26. Oktober 2017

Jeder fünfte Unfall passiert auf dem Parkplatz. Kollisionsvermeidung auf engem Raum ist also eine Sache, von der sowohl Leute, die das Einparken hassen, als auch diejenigen, die keinen Unfall erleiden möchten, profitieren würden. Audis Vision ist eine Welt, in der ihr einfach aus eurem Auto steigen und es anschließend über euer Smartphone einparken könnt. Die intelligenten Features des Audi A8 beschränken sich aber nicht nur aufs Parken, sondern umfassen auch einige futuristische Funktionen, auf die wir schon seit langem warten.

Der „Remote Parking Pilot“ ist Teil des Audi-AI-Pakets und wird – solange das Gesetz es erlaubt – auch autonomes Fahren der Autonomiestufe 3 inklusive Stauvermeidungssystem enthalten.


Euer A8 wird dann in der Lage sein, parallel zum Straßenrand sowie vorwärts und rückwärts einzuparken. Zusätzlich gibt es den „Remote Garage Pilot“, mit dem ihr euren Audi A8 von alleine aus der Garage heraus bzw. hinein fahren lassen könnt. Das Tolle an der Sache ist, dass ihr euch hierfür nicht Fahrzeug befinden müsst.

Als wir den A8 in Valencia getestet haben, waren wir überrascht, dass sich das Fahrzeug hierfür nicht einmal in Sichtweite befinden muss. Ihr müsst euch lediglich in einem Radius von 6 Metern aufhalten.

 

Mit der myAudi-App könnt ihr euch währenddessen auf dem Smartphone einen Livestream der 360-Grad-Kameras des A8 ansehen.

 

Audi stellte bereits 2013 auf der CES ein autonomes Parksystem vor. Damals wurde eine Reihe von Laserscannern als Leitsystem für einen selbstparkenden Audi A7 eingesetzt. Die Scanner waren fest in der Parkgarage verbaut und kommunizierten zur Übermittlung der Positionsdaten per WLAN mit dem Fahrzeug. Dass der A8 völlig ohne externe Sensoren von alleine einparken kann, sagt viel über den Fortschritt aus, den Audi in diesem Bereich gemacht hat.

Kollisionserkennung

Ein weiteres interessantes Feature des A8 ist die aktive elektromechanische Radaufhängung. Je nach Vorlieben des Fahrers und basierend auf der Fahrsituation können die Reifen einzeln angehoben oder abgesenkt werden. Besonders bei Unfällen ist diese Funktion extrem hilfreich.

So wird bei einem Unfall die getroffene Seite um 8cm angehoben, damit die Aufprallenergie in Richtung des stabilsten Punkts des Autos, nämlich in die Unterseite, gelenkt wird.

Die Kraft für die aktive Radaufhängung liefert ein 48 Volt starkes Antriebssystem. Über eine Reihe von Komponenten, darunter Zahnräder, Antriebselemente und Hebel, kann das System eine Kraft von jeweils 800 Foot-pound (1.084,65 Nm) auf die vier Stoßdämpfer übertragen. Das System ist im Falle einer Kollision schnell genug, um auf den Aufprall zu reagieren.

Bei unserer Probefahrt testete ich sowohl das Parkassistenzfeature als auch einen Parkplatzparcours. Audi hatte einen sehr engen Hindernisparcours vorbereitet, der sehr gut veranschaulichte wie schwierig es ist, mit dem A8 einen Unfall zu bauen. Ihr solltet euch aber dennoch das Video ansehen – ich habe es nämlich trotzdem geschafft, etwas umzufahren.

Ein zweiter Testparcours konzentrierte sich dagegen auf das dynamische Allradlenksystem des A8.

Im Gegensatz zu vielen anderen Autos verfügt der Audi A8 nur über eine einzelne zentrale ECU (Electronic Chassis Platform). In den meisten Fahrzeugen lassen sich dagegen bis zu 80 ECUs finden. Das dynamische Allradlenksystem macht sich im A8 deutlich bemerkbar, denn trotz seiner Größe fühlt er sich wesentlich kompakter an als er eigentlich ist. Das Lenksystem sorgt beispielsweise dafür, dass der Wendekreis des A8 enger ist als der des A4.

Während unserer Testfahrt durften wir einen Blick hinter die Kulissen auf die Berechnungen werfen, die das Auto durchführt, um zu ermitteln wie stark die Reifen während des Lenkens eingeschlagen werden müssen. Anstatt bei einer engen Kurve den Reifen so weit wie möglich zu drehen, schlug das Auto das Rad stattdessen mehrere Male ein. Mit eingeschalteter Allradlenkung konnte ich mit dem A8 problemlos eine 180-Grad-Wendung durchführen. Ohne das System benötigte ich im gleichen Szenario ganze drei Züge, um zu wenden.

Wir haben viel Zeit damit verbracht, uns den Audi A8 bis ins kleinste Detail anzusehen. Er ist nämlich das erste marktreife autonome Fahrzeug mit der Autonomiestufe 3 – hier könnt ihr euch unsere anderen Artikel zum Audi A8 ansehen:

Der neue Audi A8: Auf in die Zukunft dank Audi AI

Kontrollübergabe: Der Audi A8 Staupilot im Kurztest