Honor 8 im ausführlichen Test: China-Riese zum kleinen Preis

Das 5,2 Zoll große Honor 8 wurde nun auch in den USA und Europa offiziell vorgestellt. Wir haben das gute Stück ausführlich für euch getestet.
von Carsten Drees am 30. August 2016

Honor versteht es immer wieder, ansprechende Technik hübsch zu verpacken und mit einem günstigen Preis zu versehen. Kein Wunder also, dass auch vor der Vorstellung des neuesten Streichs das Interesse groß war.

Bereits am 11. Juli wurde das Honor 8 offiziell in China vorgestellt. Kurz danach wurde bekanntgegeben, dass auch in den USA und in Europa Launch-Events stattfinden werden. Wir waren bei der Vorstellung in San Francisco und hatten dort die Gelegenheit, persönlich Hand an das neue Handset der Chinesen zu legen.

Das Honor 8 wird vom hauseigenen Kirin 950 Octa-Core-SoC angetrieben und mit einem 5,2 Zoll großen FullHD-Display ausgestattet. Auf dem Honor 8 laufen Android 6.0 Marshmallow und EMUI 4.1.

Das Honor 8 wird es in zwei Versionen geben: Einmal mit 32 GB Speicher, wofür Honor knapp 400 Euro verlangt, außerdem mit 64 GB Speicher für 450 Euro.

Das Honor 8 wurde im Oktober 2016 in unsere Liste der besten China Handys aufgenommen.

Wir blicken zunächst auf das Unboxing, danach auf die technischen Daten und stürzen uns anschließend in unseren brachial ausführlichen Honor 8-Test:

Honor 8 Unboxing

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Erfreulicherweise hat uns Honor beim US-Event in San Francisco auch ein Test-Exemplar des Honor 8 in die Hand gedrückt. Damit konnten wir uns das Honor 8 nicht nur mal schnell im Trubel der Veranstaltung anschauen, sondern direkt mit dem eigentlichen Test beginnen. Am Anfang stand da natürlich das Unboxing, welches ihr auch im Video sehen könnt.

Wenig überraschend bekommt ihr nicht besonders viel in der Verpackung geboten neben dem Honor 8 selbst: Neben dem Ladegerät und einem USB Typ-C-Kabel befindet sich in der Box noch das Werkzeug, um den Einschub für die SIM-Karten bzw. die microSD-Karte zu öffnen.

Honor 8 Technische Daten

Display5,2 Zoll großes FullHD-Display mit einer Auflösung von 1920 x 1080 Pixeln und 2.5D-Glas
ProzessorKirin 950 Octa-Core-SoC mit 4 x Cortex A72 2,3 GHz + 4 x Cortex A53 1,8 GHz
Arbeitsspeicher4 GB RAM
Interner Speicher32 bzw 64 GB interner Speicher, per microSD-Karte um bis zu 256 GB erweiterbar
Kamera hinten12 MP Dual-Cam mit Dual-LED-Blitz und f/2.2-Blende
Kamera vorne8 MP Front-Cam mit f/2.4-Blende
OSAndroid 6.0 Marshmallow mit EMUI 4.1
Akku3000 mAh Akku
KonnektivitätWi-Fi 802.11ac/a/b/g/n (2.4/5GHz), Bluetooth 4.2, NFC, USB 2.0 mit USB Typ C
SIMDual-SIM
SensorenIR-Sensor, Fingerabdrucksensor
Maße145,5 x 71 x 7,45 mm
Gewicht153 Gramm

Honor 8 von schräg hinten

Honor 8 Hardware

Das Honor 8 wird es in zwei Versionen geben: Einmal mit 32 GB Speicher, wofür Honor knapp 400 Euro verlangt, außerdem mit 64 GB Speicher für 450 Euro. Honor setzt auf ein 5,2 Zoll großes Panel, welches mit der FullHD-Auflösung von 1.920 x 1.080 Pixeln aufwarten kann. Das reicht für den normalen Gebrauch auch dicke aus – lediglich diejenigen, die das Smartphone bereits in Kombination mit einer VR-Brille nutzen wollen, werden sich wohl nach einer 1440p-Auflösung sehnen.

Honor 8 von vorn

Unter der Haube haben wir es mit dem HiSilicon Kirin 950 mit acht Kernen zu tun, der aus eigener Fertigung kommt und dem wie bereits erwähnt 4 GB RAM zur Seite stehen. In China gab es auch noch eine Variante mit 3 GB RAM, die hat man beim US-Event nun nicht mehr erwähnt. Egal, ob ihr fotografiert, im Netz unterwegs seid oder Spiele zockt – mit dieser Kombi aus Prozessor und Arbeitsspeicher dürftet ihr keine Performance-Schwierigkeiten bekommen.

Auf der Rückseite finden wir gleich zwei Kamera-Sensoren vor mit 12 Megapixeln und einer f/2.2-Blende sowie einem Dual-LED-Blitz, vorne sorgt ein 8 MP-Shooter für ordentliche Selfies. Im 7,45 mm dünnen Honor 8 konnte das Unternehmen auch noch einen 3.000 mAh Akku unterbringen, der euch locker durch den Tag bringt und über den USB Typ-C-Anschluss geladen wird. Außerdem stehen euch zwei Slots für SIM-Karten zur Verfügung und auch eine microSD-Karte findet Platz. Ihr könnt also alternativ entweder zwei SIM-Karten nutzen oder eine SIM-Karte plus Speichererweiterung. Weiter mit an Bord: Ein Infrarotsensor und ein Fingerabdrucksensor.

Honor 8 Design und Verarbeitung

Honor 8 Rückseite

Honor als Marke unter dem Dach von Huawei hat sich auch durch das starke Preis-Leistungsverhältnis einen guten Namen gemacht. Der faire Preis geht dabei normalerweise aber nicht zulasten der Verarbeitungsqualität. Im Gegenteil: Die Honor-Handys machen sowohl optisch einen starken Eindruck und sind auch stets ordentlich verarbeitet.

In diesem Fall müssen wir das aber leider ein wenig einschränken: Obwohl wir denkbar sorgfältig mit dem Gerät umgegangen sind, haben wir auf der Rückseite einen Sprung im Gorilla Glass zu beklagen. Es ist immerhin nur ein winziger Riss und durch das reflektierende Glas im Normalfall äußerst schwer zu sehen. Wir hatten selbst Mühe, es fürs Foto einzufangen, aber man kann es dennoch einwandfrei erkennen:

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Wir haben nur das Unboxing gemacht und das Gerät danach für den Transport wieder in die Box gepackt. Ohnehin waren wir darauf bedacht, das Honor 8 besonders pfleglich zu behandeln, weil es sich ein wenig rutschig in der Hand anfühlt – schließlich will man ja so ein Review-Smartphone nicht noch vor dem Testen aus den Händen gleiten lassen.

Honor 8 - Kratzer
Am unteren linken Rand seht ihr den kleinen Sprung

Davon abgesehen hat man aber beim Honor 8 nicht das Gefühl, hier ein 400-Euro-Smartphone in der Hand zu halten – viel mehr fühlt man sich an absolute High-End-Devices erinnert.

Vorne wie hinten kommt das bereits erwähnte Gorilla Glass 3 zum Einsatz, das Gerät ist dabei in einen Metallrahmen eingefasst, der lediglich für die Antennen durch Keramik-Elemente unterbrochen wurde. Nichts an diesem Design und den verbauten Materialien lässt das Gefühl aufkommen, dass wir es hier tatsächlich nur mit einem 400 Euro-Smartphone zu tun haben – wäre da eben nicht dieser kleine, aber sehr ärgerliche Makel.

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Links sind die Einschübe für die Karten, gegenüber auf der rechten Seite findet ihr sowohl den Power-Button als auch die Lautstärkeregelung. Der USB Typ-C-Anschluss an der Unterseite wird vom 3,5 mm Klinkenanschluss auf der einen und dem Speaker auf der anderen Seite flankiert, oben findet ihr den IR-Blaster und ein Mikrofon. Sowohl die Hauptkamera als auch der Fingerabdrucksensor – jetzt in runder Form – finden sich auf der Rückseite wieder.

Honor 8 Display

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Das 5,2 Zoll große Display löst wie bereits erwähnt mit 1.920 x 1.080 Pixeln auf und ist durch 2.5D-Glas geschützt. Uns kam es durch einen leicht blauen Schatten ein wenig kalt vor, was ihr in den Einstellungen aber korrigieren könnt, indem ihr die Farbtemperatur ändert.

Wir haben es mit einem durchschnittlichen Display zu tun, dessen Blickwinkel absolut in Ordnung gehen, bei dem ihr dank Auto-Brightness im direkten Sonnenlicht jedoch manchmal Probleme bekommen könntet. Hier muss man oftmals nochmal manuell nachjustieren und das Display heller machen.

Alles in allem kein enttäuschendes Display, aber eben auch nicht herausragend – vermutlich genau das, was man in einem Mittelklasse-Device erwarten darf.

Honor 8 Vergleich mit dem Huawei P9

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Wenn wir schon ein Smartphone der Huawei-Tochter in den Händen halten und davon sprechen, dass Design und Verarbeitungsqualität sich nicht hinter Spitzen-Smartphones verstecken muss, liegt es ja auf der Hand, dass wir euch die beiden Smartphones auch im direkten Vergleich zeigen.

Honor 8 und Huawei P9 im direkten Vergleich

Technisch müsst ihr beim Honor 8 eben schon ein paar kleinere Abstriche machen, aber ein Blick auf unsere Galerie zeigt euch, dass wir es in der Tat mit zwei wunderschönen und gut verarbeiteten Handsets zu tun haben, denen man die 300 Dollar Preisunterschied wahrlich nicht ansieht.

Honor 8 Kamera

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Auch hier drängt sich wieder der Vergleich mit dem Huawei P9 auf: Hinten sehen wir – eben wie beim Huawei P9 – eine Dual-Cam mit 12 Megapixeln und ebenso einem Dual-LED-Blitz.

Wir haben es mit einer f/2.2-Blende zu tun und nach dem Testen haben wir den Eindruck gewonnen, dass die Hauptkamera zwar nicht ganz mit der im P9 mithalten, aber dennoch sehr schöne Ergebnisse hervorzaubern kann. Hier seht ihr ein paar Testbilder dieser Dual-Cam:

Während vorne tatsächlich identische Kameras verbaut wurden – ein 8-Megapixel-Shooter mit einer f/2.4-Blende – muss die Hauptkamera des Honor 8 ohne das Leica-Branding auskommen. Die verbauten Sensoren scheinen dabei aber dennoch identisch zu sein und das Gleiche gilt auch für die Software: Beim UI ist bis auf veränderte Icons ist alles ziemlich ähnlich gehalten. So sieht das Interface beim Honor 8 aus:

Auf den Monochrom-Modus haben die Chinesen beim Honor 8 trotz der Monochrom-Cam verzichtet, was aber eventuell der in diesem Fall fehlenden Leica-Kooperation geschuldet sein könnte. Kompensieren könnt ihr das aber mit einem Monochrom-Filter in den Live-Filtern, der scheinbar ebenfalls auf die Schwarz-Weiß-Kamera zugreift.

Mit dem Food-Modus findet sich beim Honor 8 sogar eine Einstellung, die ihr beim Huawei P9 nicht findet. Bei beiden Devices profitiert ihr von der Dual-Cam, indem ihr die Fotos nachträglich refokussieren könnt, also die Tiefenschärfe dazu nutzt, um auf dem Bild verschiedene Dinge in den Vordergrund zu rücken. Auch das Honor 8 liefert hier mehr als ordentlich ab. Das gilt auch bei diesen Fotos, die ich aus dem fahrenden Auto heraus gemacht habe – der Fokus arbeitet hierbei wirklich äußerst flott und zuverlässig:

Die Front-Kamera ist tatsächlich exakt die Gleiche wie im Huawei P9, allerdings kann uns der Display-Blitz nicht überzeugen. Passen die Ergebnisse bei den Selfies mit Blitz beim P9 noch, ist das Display beim Honor 8 dabei deutlich zu hell, so dass ich nicht zum Smartphone schauen konnte:

 Honor 8

Bei besseren Lichtbedingungen, die euch ohne den Display-Blitz auskommen lassen, können sich die Selfies aber absolut sehen lassen:

Honor 8 Software

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Was die Software angeht, können wir euch getrost auf unseren Huawei P9 Test verweisen. Der Grund? Ihr bekommt hier exakt das geliefert, was ihr vom Huawei-Flaggschiff gewohnt seid: Android 6.0 Marshmallow mit darauf aufsetzender EMUI 4.1.

In den Fingerabdrucksensor hat man nun das Smart-Key-Feature aktiviert, mit dem ihr schnellstmöglich eine beliebige App aufrufen könnt. Das eigentlich tolle Feature hat jedoch einen kleinen Haken: Der Smart-Key wird nicht deaktiviert, wenn ihr einen Anruf annehmt. Beim Testen ist es mir also manchmal passiert, dass ich bei einem Anruf meinen Musik-Player gestartet habe.

Davon ab funktioniert der Smart-Button aber sehr zuverlässig, obwohl ich überlege, wie regelmäßig ich meinen Musik-Player auf diese Weise öffnen werde. Mal sehen – vielleicht überlege ich es mir anders und lege Uber auf den Button: Wenn man einen über den Durst getrunken hat, könnte sich der Smart-Key für den Nachhauseweg als absolutes Killer-Feature erweisen ;)

Honor 8 Akkulaufzeit

Das Honor 8 besitzt ebenso wie das Huawei P9 einen 3.000 mAh Akku – dennoch hat das Honor 8 dank etwas effizienterem SoCs hier leicht die Nase vorn: Lasst ihr das Honor 8 im Standby im Smart-Modus über Nacht zehn Stunden lang liegen, ohne dass es genutzt wird, steht es morgens immer noch bei 100 Prozent Akku – beim Huawei P9 sind es 99 Prozent.

Schaut ihr einen zweistündigen Film und habt dabei den Lautsprecher-Sound auf volle Pulle, springt der Akkustand beim Honor 8 von 90 Prozent auf 61 Prozent – beim Huawei P9 bleiben lediglich 55 Prozent übrig.

Alles in allem glauben wir, dass wir mit dem Akku im Honor 8 beim täglichen Einsatz etwa 15, vielleicht sogar 20 Prozent weiter kommen als mit dem identisch großen Akku im P9.

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Der Kirin 950 erweist sich also als sehr effizienter Prozessor, wobei wir hier nicht vergessen sollten, dass – auch beim Huawei P9 – die SoCs eben aus eigener Fertigung kommen. Das bedeutet, dass Huawei deutlich mehr Kontrolle über diese Chipsätze hat und je länger so ein SoC auf dem Markt ist, desto besser können Hardware und Software aufeinander abgestimmt werden. Eine verbesserte Akkulaufzeit ist einer der positiven Nebeneffekte davon.

Honor 8 Performance

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Im Honor 8 kommt erneut ein hauseigener Prozessor zum Einsatz. Der Kirin 950 Octa-Core-SoC kommt mit je vier Cortex A72-basierten Kernen mit 2,3 GHz und vier Cortex A53-basierten Kernen mit 1,8 GHz daher. Er kann nicht ganz mit dem etwas besseren Kirin 955 mithalten, der sich im Huawei P9 findet.

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Schwierigkeiten sollte aber dennoch niemand bekommen, egal ob beim Gaming, beim Fotografieren oder beim Betrachten von Videos. In Kombination mit dem 4 GB großen Arbeitsspeicher verrichtet der Kirin 950 solide seine Arbeit und lässt nichts zu wünschen übrig.

 

Honor 8 Sound

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Ein Single-Speaker befindet sich an der Unterseite des Honor 8. Generell ist der Sound laut genug, dass ihr über diesen Lautsprecher einem Film lauschen könnt, wenn ihr die Lautstärke auf etwa 40 Prozent habt. Dreht ihr die Lautstärke auf, ist es allemal laut genug, dass auch die Leute am Nachbartisch im Café oder der Bar was davon mitbekommen.

Der Sound ist klar und übersteuert nicht, einen überzeugenden Bass vermissen wir allerdings. Außerdem sollten wir erwähnen, dass ihr beim Honor 8 DTS Audio an Bord habt.

Honor 8 Preis und Verfügbarkeit

Beim Event in Paris am 24. August, hat Honor auch die Preise für Europa bekanntgegeben. Neben den Versionen mit 4 GB RAM und 32 bzw. 64 GB Speicher gibt es in China auch noch ein günstigeres Modell mit 32 GB Speicher und 3 statt 4 GB. Diese Variante schafft es aber nicht nach Nordamerika und Europa, hier bekommt ihr also definitiv ein Modell mit 4 GB RAM. Die deutschen Preise für die Smartphones lauten:

  • 399 Euro für das Honor 8 mit 4 GB RAM und 32 GB Speicher
  • 449 Euro für das Honor 8 mit 4 GB RAM und 64 GB Speicher

Honor 8 Smartphone (13,2 cm (5,2 Zoll) Touchscreen, 32GB interner Speicher, Android OS) blau

Preis: EUR 369,00 oder gebraucht ab EUR 324,72

2526 Kundenbewertungen 4.8 von 5 Sternen

 

Bewertung
Design / 9
Kamera / 8
Sound / 7
Performance / 8
Akkulaufzeit / 8
Software / 8
Preis / 10
Editor's Choice / 8
Hardware / 9
Display / 7
Honor 8

Das Honor 8 ist das wohl schönste Smartphone, welches man für 400 Euro bekommen kann. Da muss es sich nicht großartig hinter dem Galaxy S7 von Samsung verstecken. Die Kamera überzeugt und der Akku bringt euch geschmeidig durch den Tag.

Mag sein, dass die Glas-Rückseite nicht die beste Entscheidung war - vielleicht hatten wir aber auch einfach nur Pech mit unserem Testgerät. Das Display ist auch lediglich durchschnittlich, aber selbst das geht in dieser Preiskategorie in Ordnung.

8.2
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